Warum ich langfristig nicht mehr investieren werde

Ok, die Überschrift schreit nach Clickbait, hat aber einen wahren Kern. Langfristig werde ich meine Sparquote zurückfahren und immer weniger frisches Geld in Aktien bzw. Bitcoin investieren. Meine öffentlichen Sparpläne in der Höhe von 170€ für den FTSE All-World ETF und 30€ in Bitcoin bleiben natürlich so bestehen, um den Erfolg meiner Strategie zu demonstrieren. Aber in den privaten Depots werde ich meine Investitionen zurückfahren und irgendwann komplett stoppen.

Der Hebel (fehlt)

Es wird noch ein wenig dauern, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, bei dem das Investieren von frischem Geld keinen Hebel mehr hat. Was das heißt? Sagen wir, du hast über die Jahre laufend investiert und dein Depot steht mittlerweile bei einer stolzen Summe von 200.000 €. Dein monatlicher Sparplan beläuft sich unterdessen auf 200 €. Das bedeutet, mit deinen 200 € kannst du den Portfoliowert um 0,1 % im Monat bzw. knapp über einem Prozent im Jahr erhöhen. Also sehr wenig. Je höher dein Vermögen steigt, desto weniger kannst du mit frischem Geld dein Vermögen beeinflussen. Dein Portfoliowert verändert (also vermehrt oder verringert) sich dann zum Großteil über die Kursentwicklung deiner Assets. Je größer dein Vermögen, desto stärker spürst du diesen Effekt. (An der Stelle gerne der Verweis zum Zinseszinseffekt, der dir zu diesem großen Vermögen verhilft)

Umgekehrt, je geringer dein Portfoliowert, desto stärker hat die Höhe deiner Geldzuflüsse Einfluss auf dein Vermögen. Im Mai 2022 steht mein Portfolio bei ca. 4.000 €. Mit meinem 200 € Sparplan erhöhe ich mein investiertes Kapital also um 5 % in diesem Monat. Doch dieser % Anteil sinkt über die Zeit. Man sieht das ganz gut in der Entwicklung meines Portfolio. Die monatlichen Zacken (Sparplanausführungen) werden über die Zeit immer kleiner und verschwimmen irgendwann komplett.

Die regelmäßigen Zacken der Sparplanausführungen verschwimmen über die Zeit immer mehr.

Nicht investieren ist wie Auszahlen

Irgendwann wirst du merken, dass du mit frischem Geld dein Vermögen nicht mehr wirklich beeinflussen kannst. Das ist der Zeitpunkt, an dem du zu überlegen beginnst, was du mit deinen Sparplänen machst. Ich habe für mich beschlossen, dass ich immer weniger investieren werde und stattdessen das bereits investierte Geld für mich arbeiten lasse. Das heißt aber auch, dass mir mehr Geld im Alltag zur Verfügung steht. Nämlich jenes Geld, dass vorher gespart und investiert wurde. Langfristiger Vermögensaufbau hat demnach zur Folge, nicht nur irgendwann in der Zukunft viel Geld zu haben, sondern schon am Weg dorthin etwas davon zu merken. Es reicht, einfach nichts mehr wegsparen zu müssen, um zu merken, dass man plötzlich mehr Geld zur Verfügung hat. Vor allem wenn deine Sparquote bisher sehr hoch war, wirst du den Effekt sehr stark merken. Sagen wir, du verdienst 2.500 € netto im Monat und hast bisher 500 € monatlich investiert. Wenn dir diese 500 € plötzlich bleiben, fühlt sich das wie ein neues Einkommen an. Und dabei greifst du dein veranlagtes Geld noch nicht mal an.

Ich bleibe investiert

Auch wenn ich kein frisches Geld investieren werde, bleibt das bereits investierte Kapital natürlich veranlagt. Langfristig soll damit eine Rendite um die 7 % erzielt werden. Der Zinseszinseffekt wird weiterhin für ein exponentielles Wachstum meines Vermögens sorgen und ich kann mich ganz entspannt um andere Hobbies kümmern. Geldanlage soll und kann einfach sein. Damit habe ich 2020 meinen Blog gestartet und so soll es langfristig auch weitergehen. Ich freue mich über dein Feedback in den Kommentaren oder auf Instagram.

Ciao!

2 Kommentare zu „Warum ich langfristig nicht mehr investieren werde“

  1. Gernot Trauner

    Wunderbarer Artikel!
    Bei 500€ monatlicher Sparbetrag und 7% Rendite muss man trotzdem fast 20 Jahre sparen um auf 200k Euro zu kommen…

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