Mein erstes mal Moon – Part I

In der Serie „mein erstes Mal“ habe ich bereits über meine ersten Aktienkäufe und meine ersten Erfahrungen mit Kryptowährungen geschrieben. In der 3. Ausgabe geht es nun darum, wie ich das erste Mal richtig viel Geld mittels Kryptowährungen verdient habe. Aufgrund der Länge des Artikels habe ich ihn in 2 Teile geteilt. Im ersten Teil erzähle ich, wie es zu meinem persönlichen „Moon Moment“ gekommen ist und wie er sich angefühlt hat. Im zweiten Teil geht es darum, was ich daraus gelernt habe und für die Zukunft mitnehme. Los geht’s.

When Moon

„When Moon?“ ist vermutlich die am häufigsten verwendete Phrase im Kryptospace. „When Moon“ stellt die Frage, wann der Preis einer Kryptowährung wie eine Rakete (zum Mond) abhebt und dadurch riesige Gewinne möglich sind. Das Ziel einer großen Mehrheit der „Anleger“ im Kryptospace ist, seinen eigenen „Moon“ Coin zu finden, mit dem enorme Gewinne (in kurzer Zeit) möglich sind. Dabei sind Gewinne Faktor 10 bis 100 nicht ungewöhnlich.

Die Rakete hebt ab

Wer meinen letzten Blogeintrag aufmerksam gelesen hat, wird noch wissen, auf welche 3 Coins ich die letzten Jahre meinen Fokus gelegt habe: Bitcoin, Best & Pantos. Und ich habe im letzten Artikel auch schon erwähnt, wie sich die Kurse im letzten Bullrun 2021 vor allem von Best und Pantos entwickelt haben. Best stieg Ende 2020 von 0,05 € innerhalb weniger Monate auf knapp über 2 €. Also eine Vervierzigfachung (~ 40.000 %) des Preises. Pantos stieg im ungefähr gleichen Zeitraum von 0,02 € auf knapp 0,30 €, also zumindest eine Verfünfzehnfachung (~ 15.000 %). Im Bullrun 2021 haben viele Coins x 10, x 20 oder sogar noch mehr gemacht. Mir geht´s auch gar nicht so sehr um „meine“ 2 Kryptowährungen an sich (Bitcoin lasse ich außen vor, weil er nicht ganz so eine Volatilität hat). Aber ich war bzw. bin von diesen Coins so überzeugt gewesen, dass ich die Monate davor regelmäßig investiert hatte und dadurch den Bullrun richtig mitnehmen konnte. Ganz im Gegenteil zum letzten Bullrun 2017, wo ich viel zu spät eingestiegen war. Und vor allem Coins gekauft hatte, von denen ich Null Ahnung hatte. Dieses mal war es anders. Ich war vorbereitet.

Best steigt Mitte 2021 von 0,1 € auf über 2 €.
Entwicklung von Best Mitte 2021: Es geht steil bergauf.

Mein Moon

Ende 2020, nach 3 Jahren Durststrecke, hatte Bitcoin begonnen Fahrt aufzunehmen und damit auch wieder die Altcoins (= alle Kryptowährungen außer Bitcoin) mit nach oben gezogen. Mein Depot war zum damaligen Zeitpunkt im gut 4-stelligen Euro Bereich, ich hatte die letzten Jahre gut genutzt, um zu niedrigen Kursen zu kaufen. Ab Anfang 2021 ging es dann so richtig los. Während Bitcoin an einem Tag 10 % Sprünge machte, stiegen Altcoins (unter anderem eben auch meine 2) deutlich schneller, teilweise 20-30 % am Tag. Während die Absolutbeträge im Depot am Anfang noch überschaubar sind, werden diese im Frühjahr 2020 immer größer. 20 % von 10.000 € sind nett. 20 % von 50.000 € sind noch netter. 20 % von 100.000 € sind eine Wucht. Hier sehe ich zum ersten Mal, was passiert, wenn der Zinseszinseffekt so richtig wirken kann. Mein Depot steigt gegen Ende des Bullruns zeitweise an einem Tag um einen 5-stelligen Euro Betrag. Ich „verdiene“ an einem Tag so viel, wie ich in 4 Monaten Gehalt nicht bekomme.

Während mein Depot Ende 2020 also gut 5-stellig war, stehe ich Mitte 2021 bei einem beachtlichen 6-stelligen Euro Betrag. Ich hatte meinen „Moon Moment.“ Ich war da, wo viele hin wollen. Meine Einzahlungen bzw. mein Depot haben sich innerhalb weniger Monate ca. verdreißigfacht.

Wie sich Moon anfühlt

Während des Schreibens des Artikels versuche ich mich in die Emotionen von damals zurückzuversetzen. Die Erinnerungen sind schön, aber die Gefühle damals waren keinesfalls überwältigend. Und ich denke das hatte folgende Gründe:

Erstens, war es „nur“ eine Zahl auf einem Screen. Diese Zahl wurde zwar tagtäglich mehr, aber ich konnte damit nichts anfangen. Ich konnte sie nicht angreifen, nicht spüren. Es konnte genauso gut ein Börsespiel mit Spielgeld gewesen sein. Weder habe ich mir in der kurzen Zeit einen Teil des Geldes auszahlen lassen, noch habe ich mir irgendwas großartiges gegönnt. (Das Highlight war eine Flasche Champagner, bei einem der allerbesten Tage mit dem 5-stelligen „Gewinn“). Mein Lebensstil bzw. mein Alltag blieben unverändert. Arbeiten gehen, Freunde treffen, Sport machen. Warum sollte man auch so schnell seinen Lebensstil ändern?

Zweitens, mir fehlte die „Leistung“. Ich öffnete die App und checkte das Depot vermutlich alle 5 Minuten. Es war wie eine Sucht. App öffnen, check, ok, Handy weglegen. 5 min später das gleiche Spiel, nur dieses Mal ist das Depot wieder um 1.000 € gestiegen. Es war surreal. Ja, es ist ein kurzes Glücksgefühl, aber es fühlt sich nicht so an, wie man es vielleicht vermuten würde. Irgendwas fehlte. Zumindest für mich.

Kurzer Exkurs: Die Leistung habe ich schon lange vorher erbracht, in dem ich sehr lange Recherche zu den beiden Coins betrieben habe. Aber in den Wochen des Anstiegs musste ich in Wahrheit gar nichts tun. Nur ruhig sitzen und nichts tun. (Klingt by the way leichter als es ist.)

Drittens: Je höher und schneller die Kurse (und das Vermögen) steigen, desto eher kommen plötzlich andere Gedanken. Und nicht jede Überlegung führt dazu, dass man sich glücklicher fühlt. Aber dazu mehr im 2.Teile meines Blogs.

Wie sich die Landung anfühlt

Wer die Kryptowährungen damals verfolgt hat, hat gesehen, dass es ab Mitte/Ende 2021 wieder ordentlich bergab ging. So trifft es auch meine 2 Coins, wie alle anderen, hart und sie fallen teilweise um 70-80 % vom Allzeithoch (siehe Chart oben). Mein Depot schrumpft innerhalb von Monaten ordentlich zusammen, ist aber, Stand heute, Ende August 2022, noch immer deutlich größer als zu Beginn des Bullruns. So wie es in guten Zeiten Tage mit +20 % gibt, gibt es im Kryptowinter auch Tage mit -20 %. Ich „verliere“ an manchen Tagen so viel, wie ich in einigen Monaten nicht verdiene. Und so wenig Freude es beim Anstieg bereitet, so wenig Trauer/Schmerz (?) bereitet es beim Sinken. Zumindest für mich. Und auch hier sehe ich wieder mehrere Gründe:

Erstens, ich habe das schon mal erlebt. 2018 war mein Depot schon mal um 80-90% gefallen, manche Coins hatte ich am Peak gekauft und einen Totalverlust erlitten. Also das Gefühl des „es wird schirch“ war nicht ganz neu und ich wusste, worauf ich mich einlasse und war ein wenig „vorbereitet“.  

Zweitens, ich war (im Gegensatz zu 2018) von meinen Coins langfristig überzeugt. Ich wusste, der schnelle Anstieg war irrational, genauso wie der schnelle Abstieg. Ich war und bin nicht hier um das schnelle Geld zu machen, sondern um langfristig erfolgreich zu sein. Sowohl bei Best und Pantos wurde und wird fleißig im Hintergrund gearbeitet, deswegen war und bin ich sehr sicher, dass die Kurse langfristig ganz woanders stehen, als am Höhepunkt des Bullruns. (Ich kann mich natürlich auch gewaltig irren.)

Drittens, ich brauchte das Geld nicht. Eben weil ich meinen Lebensstil nicht geändert hatte, war ich auf das Geld nicht angewiesen. So wie sich beim Anstieg meines Depots wenig bis gar nichts verändert hatte, so wenig hat sich beim Absinken meines Depots für mich im realen Leben verändert.

Viertens, meine Coins waren und sind zu 90 % Altbestand, also steuerfrei. Ich weiß, sobald ich zu traden anfange, muss ich zukünftig 27,5 % KESt. abführen. Deshalb habe ich gar nie darüber nachgedacht zu verkaufen, weil ich eben langfristig überzeugt bin und Trading (sprich in der Theorie Gewinne mitnehmen und bei tieferen Kursen wieder rein) für mich steuerlich sehr nachteilig sind.

Mein Moon Fazit

2021 war für Anleger eine aufregende Zeit, mit vielen Coins konnte man hohe Gewinne machen. Umgekehrt konnte man, wie auch schon in 2017/2018, hohe Verluste einfahren, wenn man zu spät eingestiegen war. Nachdem ich schon mal einen Bullrun und den dazugehörigen „Kryptowinter“ erlebt hatte, war ich damals gut vorbereitet. Über Monate hinweg konnte ich viel Recherche betreiben, mich auf wenige Coins konzentrieren und zu billigen Kursen einkaufen. So war es mir möglich, den Bullrun 2021 voll mitzunehmen. Auch wenn ein Großteil der Gewinne wieder dahingeschmolzen ist, war es für mich eine spannende und lehrreiche Erfahrung. Bereue ich, nicht verkauft zu haben? Nein nicht wirklich, denn ich bin langfristig von Kryptowährungen an sich und „meinen“ Projekten im Speziellen weiterhin überzeugt. Kann ich falsch liegen? Ja, natürlich. Mein Kryptovermögen kann auf 0 sinken. Und doch sehe ich deutlich mehr Chancen als Risiken in diesem Bereich und deswegen ist es für mich so interessant. Wichtig für mich ist und bleibt, dass ich auch bei einem Totalverlust des Kryptovermögens nicht in (welche auch immer) Schwierigkeiten gerate. Das bleibt die Nr. 1 Devise um ruhig schlafen zu können.

Fortsetzung folgt

So viel zum Background meines persönlichen „Moon Moments“. Im nächsten Teil (und für mich spannenderen Teil) geht es darum, was ich aus der damaligen Zeit gelernt habe. Was verändert sich durch plötzlichen Reichtum? Welche Gedanken gehen einem bzw. mir durch den Kopf? Ist man plötzlich viel glücklicher? Stay tuned!

Ich freue mich wie immer über Feedback, Anmerkungen und Kommentare. Wer war im Bullrun 2021 dabei und wie ging es euch dabei?

Ciao!

Johannes

2 Kommentare zu „Mein erstes mal Moon – Part I“

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