Meine Anlagestrategie – Eine Reflexion

15 Monate ist es nun her, dass ich meinen ETF und Bitcoin Sparplan begonnen habe. Die Idee eines Blogs ist im Sommer 2020 entstanden, die Sparpläne habe ich schließlich im November 2020 gestartet. Seitdem mache ich mir regelmäßig Gedanken, ob meine Strategie langfristig (30 Jahre) wirklich gut ist oder ich nicht doch regelmäßig eingreifen und etwas ändern sollte. In diesem Blogeintrag will ich meine Gedanken dazu niederschreiben.

Meine Anlagestrategie

Meine langfristige Geldanlage baut auf den 3 Säulen des magischen Dreiecks der Geldanlage auf:

Risiko – Rendite – Liquidität

Wie sieht das konkret aus?

  • Ich minimiere mein Risiko, indem ich Aktien breit diversifiziere (mittels eines ETFs)
  • Ich minimiere mein Risiko, indem ich langfristig anlege und auf das Geld kurz- und mittelfristig verzichten kann.
  • Ich erhöhe meine Rendite, indem ich langfristig denke und den Zinseszins für mich arbeiten lasse.
  • Bei der Auswahl der Anlageform achte ich auf eine hohe Liquidität. Ich kann auf das Geld im Notfall jederzeit zugreifen.

Dazu kommen noch Faktoren wie Aufwand, Steuern und Kosten.

  • Ich minimiere meinen Aufwand, indem ich mit automatisieren Sparplänen arbeite.
  • Ich verwende steuereinfache Broker, um so wenig Aufwand wie möglich zu haben.
  • Die Kosten sollen so gering wie möglich sein. Darunter fallen Kosten für die Ausführung der Sparpläne, Kauf und Verkaufskosten sowie laufende Depotgebühren.

Meine Sparpläne

Soweit so gut. Ich habe mich damals für einen Sparplan auf den FTSE All- World ETF und einen Sparplan auf Bitcoin entschieden. Die Anlagesumme sind in Summe 200 €, wobei 170 € in den ETF und 30 € in den Bitcoin Sparplan fließen. Warum eigentlich Bitcoin? Ich wollte neben Aktien noch ein anderes Asset im Portfolio haben. Anleihen haben mich noch nie überzeugt und Gold ist in einer kleinen Stückelung sehr teuer zu erwerben. Ich habe mich deswegen für das „digitale Gold“ entschieden und Bitcoin ausgewählt, weil ich mich damit schon die letzten Jahre beschäftigt hatte und langfristig von dessen Akzeptanz (und Rendite) überzeugt bin.

Mein erstes Sparplan Jahr

Mein erstes Sparplan Jahr verlief ausgesprochen gut. Ich habe das in diesem Blogeintrag zusammengefasst. Meine Gesamtrendite betrug im ersten Jahr ca. 23 %, womit ich aus 2.300 € Anlagesumme 2.960 € Vermögen gemacht habe.

Ein bekannter Börsenspruch lautet, dass in einem Bullenmarkt jede*r ein Genie ist. Die Performance nach dem COVID Crash im März 2020 war für alle Assetklassen eine ausgezeichnete. Ich habe meine Sparpläne ein paar Monate nach dem Crash begonnen und konnte dadurch eine starke Performance erzielen. Auch Bitcoin hatte erst ein paar Wochen zuvor seine Rallye gestartet und ich konnte die sehr starke Entwicklung in 2021 gut mitnehmen. Mir war also klar, dass es so nicht weitergeht und ich mit meinem Timing zum Start des Blogs schon auch ein wenig Glück hatte.

Aktuelle Entwicklung

2022 hat sehr volatil begonnen. Der S&P 500 verlor 10% von seinem Allzeithoch, der NASDAQ-100 über 15% und Bitcoin ist schon seit mehreren Wochen im Abwärtstrend und hat über 40% von seinem Höchststand abgegeben. Viele Unsicherheiten (hohe Inflation und einhergehende Leitzinserhöhungen, Lieferkettenengpässe, Russland – NATO Spannungen) sorgen am Markt für Verunsicherungen und lassen vor allem High-Risk Assets wie Tech Aktien und Kryptowährungen im Kurs sinken.

Entwicklung S&P 500 in den letzten 12 Monaten

Natürlich habe ich das auch in meinem Portfolio gespürt. Mit Stand Ende Jänner habe ich 3.000€ investiert, die momentan einen Wert von ca. 3.200€ haben. Meine Rendite beträgt aktuell also unter 10%. Bei meinem ETF Sparplan stehe ich knapp 7% im Plus, Bitcoin ist ca. so viel Wert wie ich investiert habe, also 0% Rendite.

Reflexion

Die letzten (volatilen) Wochen haben mich Nachdenken lassen, inwieweit ich mich mit meinen 2 Sparplänen wohlfühle und ob es weiterhin die richtige Strategie ist. Um es kurz zu machen: Ich habe mich mit meiner Strategie nie wohler gefühlt (heißt so viel wie: Ich kann auch in den turbulenten Zeit sehr gut schlafen). Der FTSE All World hat auch in dem aktuellen schwierigen Marktumfeld nur knapp 7% vom Allzeithoch abgegeben. Hier zahlt es sich einmal mehr aus, wirklich seeeehr breit gestreut zu sein: Verschiedene Länder (Industrie- und Schwellenländer) und verschiedene Branchen (u.a. Tech und Energie) spielen hier eine wichtige Rolle. Mit einem FTSE All-World ETF fühle ich mich in schwierigen Zeiten sehr wohl.

FTSE All-World

Und Bitcoin? Bitcoin ist extrem volatil, dass war mir damals absolut bewusst, als ich den Sparplan begonnen habe. Mit meinen monatlichen Ausführungen habe ich teilweise am Hoch bei über 50k€, aber auch zu günstigen Kursen unter 20k€ eingekauft. Durch den Sparplan und dem daraus resultierenden Durchschnittskosteneffekt habe ich im Schnitt einen guten Einstandspreis bei Bitcoin. Für mich zählt im Moment dabei nur, dass ich so viele Stück wie möglich ins Wallet bekomme. Je niedriger der Kurs kurzfristig, desto mehr Bitcoins (bzw. Bitcoin Anteile) bekomme ich. Dadurch schaffe ich mir langfristig einen sehr großen Hebel. Also auch wenn ich momentan keine Rendite erzielt habe, bin ich sehr froh, bereits ein klein wenig Bitcoin Anteile im Wallet zu haben, die langfristig sehr viel Wert werden können.

Bitcoin hat 2021 eine enorme Entwicklung in der Akzeptanz hingelegt. El Salvador hat Bitcoin als offizielle Währung anerkannt und fast jede große US Tech Firma sucht nach Expert*innen im Bereich payment und digital currencies. Auch was die Stabilität des Netzwerks betrifft hat Bitcoin weiter zugelegt. Auch wenn China die Bitcoin Miner aus dem Land vertrieben hat, konnte das Netzwerk weltweit seine Stärke beweisen und die Rechenleistung auf ein neues Allzeithoch heben. Das Bitcoin Netzwerk ist widerstandsfähiger denn je.

Bitcoin Hash Rate

Zusammenfassung

2021 war ein sehr gutes Jahr für Anleger*innen. Fast jedes Asset hat im Preis zugelegt. Ob man von seiner Strategie überzeugt ist, zeigt sich aber vor allem dann, wann Märkte schwächeln und die Kurse sinken. Nach über 15 Monaten halte ich meine Strategie mit einem FTSE All-World und Bitcoin Sparplan für richtiger denn je. Das spüre ich vor allem daran, dass ich bei fallenden Kursen nicht nervös oder panisch werde. Je überzeugter man von seiner Strategie ist, desto besser kann man mit Schwankungen am Markt umgehen. Ich weiß, worin ich investiert bin. Und ich weiß, warum ich investiert bin. Das lässt mich ruhig schlafen. Zusammenfassend heißt das, dass ich alles so belassen werde wie es ist. Die Sparpläne laufen wie gewohnt weiter. Mit meinen Brokern Flatex und Bitpanda bin ich ebenfalls mehr als zufrieden. Auf ein spannendes 2022!

Wie geht´s dir mit deinem Portfolio? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Ciao!

PS: Du willst auch einen Bitcoin Sparplan anlegen? Bei Bitpanda hast du die Möglichkeit dazu.

1 Kommentar zu „Meine Anlagestrategie – Eine Reflexion“

  1. Gernot Trauner

    Sehr guter Beitrag! Am Wichtigsten ist tatsächlich ein Portfolio zu haben, das einen beruhigt schlafen lässt – auch wenn es am Markt turbulent zugeht.

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